P. Jules Chevalier

Gründer des MSC-Ordens


missionarii sacratissimi cordis 

Wir Herz-Jesu-Missionare sind eine internationale Gemeinschaft.

Wir wollen überall auf der Welt die Menschlichkeit und Güte Gottes bekannt machen.



 

 


Die Herz-Jesu-Missionare in Heilig Kreuz

Die Anfänge der Herz-Jesu-Missionare in Donauwörth waren eher unscheinbar. Das Knabeninstitut Heilig Kreuz der Pädagogischen Stiftung Cassianeum in Donauwörth war in großen Schwierigkeiten. Seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus waren die Schülerzahlen ständig rückläufig. So wurde Anfang Dezember 1934 die Auflassung der Schule und des Internates beschlossen. Der damalige Provinzial der Oberdeutschen Provinz der Herz-Jesu-Missionare, Pater Konrad Kraus MSC, besuchte in Donauwörth die Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu, die in Heilig Kreuz arbeiteten und von der Entscheidung betroffen waren. Nach einem Gespräch mit Generaldirektor Ludwig Auer (II) erklärte er sich bereit, dass die Herz-Jesu-Missionare das Knabeninstitut übernehmen würden.

Noch im Dezember 1934 erteilte der Bischof von Augsburg die Genehmigung für die Ordensniederlassung der Herz-Jesu-Missionare im Diözesenangebiet. Gleichzeitig wurde den Patres die seelsorgliche Betreuung der Pfarrei Heilig Kreuz übertragen.

Pater Johann Eichhorn MSC als Superior und Institutsleiter, unterstützt von jungen Mitbrüdern, gelang es binnen kurzer Zeit, die Schülerzahl zu heben, die Renovierung der Pfarrkirche in Angriff zu nehmen und im Jahre 1940 zu vollenden.

Die christliche Privatschule war den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge und so wurde sie 1938 geschlossen. Die Herz-Jesu-Missionare richteten nun im Klostergebäude ein Exerzitienheim ein. Bald nach Ausbruch des Krieges 1939 wurde das Gebäude von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt und als Lazarett eingerichtet. Pater Eichhorn MSC blieb als Lazarettverwalter und Pfarrvikar. 1945/46 diente das Haus als Durchgangslager für Flüchtlinge. Wieder war es Pater Eichhorn MSC, der mit bewundernswerter Schaffenskraft und Einsatzfreude die Voraussetzungen schuf, dass im Oktober 1946 Bürgerschule und Internat mit Genehmigung des Bayerischen Kultusministeriums wieder eröffnet und weitergeführt werden konnten.

Für die Patres folgten nun harte Jahre der Aufbauarbeit, aus einem zweckentfremdeten Bau die entsprechenden baulichen Voraussetzungen für Schule und Internat zu schaffen und gleichzeitig der Schule eine geistige Orientierung zu geben, die dem Bildungsauftrag einer apostolischen Gemeinschaft entspricht. Die Erfolge blieben nicht aus! Eine ständig steigende Schülerzahl bewies, wie groß das Bedürfnis nach diesem Schultyp und ihrem Bildungsziel war und heute noch ist.

Neben der Leitung von Schule und Internat sehen die Herz-Jesu-Missionare ihre Arbeit in der Betreuung der kleinen Pfarrei Heilig Kreuz, in der Aushilfe bei den umliegenden Pfarreien und neuerdings auch in der Belebung der Wallfahrt, die seit der 950-Jahr-Feier der Kreuzpartikel einen spürbaren Aufschwung zeigt.

Wer sind nun diese Herz-Jesu-Missionare? Pater Julius Chevalier, ein Priester der Diözese Bourges, Frankreich, hatte in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eine Priestergemeinschaft gegründet, um im außerordentlichen Seelsorgeeinsatz das noch immer unter den Nachwirkungen der französischen Revolution leidende kirchliche Leben zu stützen und zu fördern. In der Verehrung de heiligsten Herzens Jesu erkannte er die Kraftquelle für das geistige Leben und den Einsatz seiner Gemeinschaft. So gab er dieser Gemeinschaft, als sie 1856 die kirchliche Approbation erhielt, den Namen "Missionare vom heiligsten Herzens Jesu".

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch kirchenfeindliche Gesetze in Frankreich die religiösen Gemeinschaften verboten wurden und die Ordensgemeinschaften das Land verlassen mussten, verbreitete sich die "Genossenschaft der Herz-Jesu-Missionare" in viele Länder.

1888 wurde das erste Kloster auf deutschen Boden in Salzburg-Liefering gegründet. Inzwischen war auch der Aufgabenbereich der jungen Gemeinschaft gewachsen. 1881 waren die ersten so genannten Heidenmissionare von Spanien aus nach Neuguinea ausgereist. Das Hauptgewicht der Tätigkeit in der Heimat waren und sind: Volksmissionen, Exerzitien, Unterstützung der Seelsorge in den Pfarreien und Jugenderziehung. Eigene Ordensschulen wurden gegründet, Erziehungsheime für sozialgeschädigte Jugendliche.

So entsprach denn auch die Übernahme des Knabeninstituts Heilig Kreuz ganz den Intentionen der Gemeinschaft Herz-Jesu-Missionare.

P. Franz Xaver Aninger MSC

 

Die Superiores in Heilig Kreuz:

Pater Johann Eichhorn 1935-1946

Pater Michael Hepfengraber 1946-1948

Pater Christian Moser 1948-1953

Pater Leopold Kapa 1954-1961

Pater Hermann Weichselbaumer 1961-1967

Pater Simon Diepold 1968-1976

Pater Siegmund Zangerl 1976-1985

Pater Wolfgang Aschenbrenner 1985 - 1998

Pater Leopold Langer 1998 - 2004

Pater Bernhard Trilling 2004 - 2005

ab September 2005 Pater Franz Aicher

 

150 Jahre Herz-Jesu-Missionare

Uns Herz-Jesu-Missionare gibt es seit 1854. Was sind schon 150 Jahre? Andere Orden schreiben eine viel längere Geschichte. So etwa die Benediktiner, die seit 529 existieren, die Franziskaner seit 1223, die Jesuiten seit 1534. Denen gegenüber sind wir ein junges Pflänzchen aus dem 19. Jahrhundert. Damals schossen neue Orden wie Frühlingsboten aus dem Kirchenboden. So die Steyler Missionare, die Salesianer und noch viele andere Frauen- und Männergemeinschaften.150 Jahre geben uns Herz-Jesu-Missionare Anlass, dankbar, anerkennend und wohlwollend auf unsere eigene, kurze Geschichte zurückzuschauen.

Unsere Herkunft.
P. Julius Chevalier, ein Diözesanpriester des Bistums Bourges in Mittelfrankreich, ist unser Gründer. Er sah damals die Chance mit Hilfe der Herz-Jesu-Verehrung das Glaubensleben nach der Revolution in seiner französischen Heimat in Schwung zu halten. Seine Idee zündete. Als Pfarrer im kleinen Landstädtchen Issoudun fand er gleichgesinnte Geistliche und Laien. Im Teamwork bewegten sie erfolgreich das religiöse Leben ihrer näheren und weiteren Umgebung. 1854 war es so weit, dass daraus eine kirchlich anerkannte Ordensgemeinschaft mit Priestern und Laienbrüdern herangewachsen war.

Unsere Entwicklung.
Das vordergründige Anliegen war, die französische Heimat durch die Herz-Jesu-Verehrung religiös aufzufrischen. Der Erfolg stellte sich ein. Jedoch schränkte der französische Staat in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die Seelsorgetätigkeit der Orden ein. Das veranlasste sie über die Landesgrenzen hinaus auszuweichen. So entstanden für uns Herz-Jesu-Missionare um 1890 Niederlassungen in Spanien, Belgien und Deutschland. Um dieselbe Zeit wurde der Ruf der europäischen Kolonialherren laut: Auf zur Mission nach Afrika, Asien, Südsee und Südamerika. Da machten die erst wenigen Herz-Jesu-Missionare begeistert mit. In der Südsee begannen sie damit. Diese Mission brauchte einen fruchtbaren Boden in den Heimatländern. Er war da und brachte reiche Früchte an Mitgliedern und Niederlassungen in fast allen westeuropäischen Ländern. Bei uns entstand 1888 ein erstes Zentrum in Salzburg und ein zweites 1897 in Hiltrup bei Münster in Westfalen.

Unsere Ausrichtung.
Das Leitmotiv unseres Gründers Julius Chevalier ist und bleibt für uns Herz-Jesu-Missionare richtungsweisend. Es ist dieses: „Geliebt sei überall das Heiligste Herz Jesu“. Von daher möchten wir an unsere Mitmenschen und unsere Umwelt dieses rüberbringen: Gott steht seiner Schöpfung und uns, seinen freien Menschen, voller Gunst und Wohlwollen gegenüber bis zur Vollendung über dieses Leben hinaus. Jesus Christus ist dafür Zeuge und Garant. Das versuchen wir Herz-Jesu-Missionare in persönlichen Begegnungen mit Mitmenschen und in unseren Einrichtungen nachzuleben. Letztere sind unter anderem Schulen, Internate, Heime, Pfarreien, Besinnungshäuser, Seelsorgestellen in aufstrebenden Ländern aller Erdteile. In diesen 150 Jahren sind wir Herz-Jesu-Missionare wie so viele andere Frauen- und Männerorden um den ganzen Globus herum heimisch geworden. Und was uns freut: Die Botschaft des Herzens Gottes durch Jesus Christus zieht nach wie vor. Gott sei es von Herzen gedankt.
Innsbruck im Mai 2004

P. Anton Karg, MSC

 

 
 
   
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